Listwjanka
13Juli2025
Den gestrigen Tag haben wir nach dem "üppigen" Abendessen mit zwei Runden Wodka beschlossen. Das ist allen sehr gut bekommen.

Heute fahren wir entlang der Angara bis zum Baikalsee, wo sie der einzige Abfluss ist.
Tatjana berichtet ausführlich darüber, wie die angeblich grüne Energiegewinnung durch Wasserkraft das Klima der Region verändert hat.
Die Angara ist eine der größten Wasserkraftquellen der Erde. Vier große Wasserkraftwerke nutzen das Wasser des Flusses.
Der Bratsker Stausee, einer der größten Stauseen der Welt, führte zur Überflutung von 264 Siedlungen mit etwa 114.000 Einwohnern.
Bei niedrigem Wasserstand können die Überreste der überfluteten Dörfer wieder sichtbar werden, was gelegentlich als "Geisterdörfer" bezeichnet wird.
Am sehenswerten Freilichtmuseum Talzy legen wir einen Stopp ein. Die Gründung des Museums auf einem Hügel am Stausee von Irkutsk geht auf das Jahr 1966 zurück. Insgesamt beherbergt das Museum 36 Holzbauten.
Besonders sehenswert sind eine Holzkirche, die Ende des 17. Jahrhunderts erbaut wurde und ein im Jahre 1630 erbauter Festungsturm, die beim Bau des Angara-Staudammes vor der Überflutung gerettet wurden. Neben diesen befinden sich in dem Freilichtmuseum auch alte Bauernhäuser und eine Kirchenschule aus dem 19. Jh.





Hier wird uns auch das Leben im alten Sibirien näher gebracht. Für Fotografie-Freunde ist das Freilichtmuseum „Talzy“ ein wirkliches Paradies.
Leider erleben wir heute das Kontrastwetter zur gestrigen Wärme - Regen😫 entsprechend schlecht sind die Sichtverhältnisse.
Eine besondere Legende rankt sich um den Schamanenstein. Es ist die Geschichte vom Vater Baikal und seinem Zorn auf die Tochter Angara. In der Legende erregte die Angara den Zorn ihres Vaters Baikal, weil sie floh, um sich mit dem Jüngling Jenisseij zu vereinen - der wütende Papa warf seiner treulosen Tochter einen Stein hinterher, der heute als so genannter Schamanenstein die schmale Stelle zwischen See und Fluss nahe Listwjanka markiert.
Wir erreichen das „Tor zum Baikalsee“ - Listwjanka - am einzigen Abfluss des Baikalsees, dem Fluss Angara.
Ein lohnenswerter Abstecher führt uns auf den örtlichen Markt. Hier ist besonders das Sortiment an Baikalfischen interessant. Ein ganz besonderer Fisch ist der durchsichtige Golomjanka.
Golomjankas sind ungewöhnlich, da sie in der gesamten Wassersäule des Baikalsees vorkommen, in Tiefen von etwa 1,6 km bis fast zur Oberfläche, hauptsächlich jedoch in Tiefen von über 100 m.
Zum Mittagessen wird ein ganz typischer Fisch des Sees, der Omul, in allen Variationen serviert. Und alles schmeckt hervorragend.
Bei der Dorfbesichtigung darf das Baikalmuseum nicht fehlen. Im Aquarium treffen wir zwei Baikalrobben und erfahren viel Erstaunliches zur weltweit einzigartigen Flora und Fauna des Sees.
Nach dem Mittagessen, gondeln wir in Erwartung eines fantastischen Fernblicks über die Angara und den südlichen Baikalsee mit der Seilbahn zum Tscherski Stein hoch und sehen - nichts.
Wir beziehen Quartier im Hotel „Krestovaya Pad“.
Und dann stürzt sich Andreas mutig in den eisigen Baikalsee - das ist wahre Härte. 















