Ulan-Ude (Tag 1)

16Juli2025

Der buddhistische Glauben ist eine eher unbekannte Seite Russlands, aber doch so mächtig und wichtig. Nach Burjatien kam der Buddhismus im 17. Jh.  Nach der Oktoberrevolution wurden jedoch die Klöster zerstört. 1945 haben die Mönche Stalin um die Genehmigung für den Wiederaufbau von Klöstern gebeten. Ca. 40 km von Ulan-Ude entfernt wurde es ihnen erlaubt. Die Mönche fanden eine sehr gute Quelle. Dort errichteten sie 1946 das Kloster „Iwolginski Dazan“ und erweitern es ständig.

KlosterWohnhaus eines Mönchs

Dieses Kloster ist das Zentrum der russischen Buddhisten und Klöster. Zugleich beherbergt es die einzige buddhistische Universität Russlands. Philosophie und tibetische Medizin werden hier gelehrt. 

Natürlich haben wir auch Daschi-Dorscho Itigelow besucht, den Mönch, der weder tot noch lebendig zu sein scheint. Andreas hatte bei seinem Anblick eine Assoziation zu einem unserer Freunde.

Der untote Mönch

Auf der Weiterfahrt legen wir einen Stop am Berg „Der schlafende Löwe“ ein.

Aufstieg

Wir fahren entlang der Gleise der transmongolischen Eisenbahn zu den Altgläubigen. Ihre Dörfer gehören zu den schönsten in ganz Russland. Die Altgläubigen in Sibirien bilden eine einzigartige regionale ethnische Gruppe. Sie entstanden vor etwa 300 Jahren nach einer Spaltung der russisch-orthodoxen Kirche und wurden aufgrund ihrer Abspaltung verfolgt und getötet. Aus diesem Grund zogen sie sich in abgelegene Gebiete Russlands zurück oder wurden dorthin verbannt und siedeln bis heute dort. Die Unterschiede zur heutigen orthodoxen Kirche sind beispielsweise, das sich mit drei statt zwei Fingern Bekreuzigen, geänderte Formulierungen im Glaubensbekenntnis und neuere Schreibweisen von z.B. Jesus. Noch heute werden komplizierte, für uns altmodisch anmutende Regeln befolgt.

WohnhausPetra versucht den „süßen Brei“ aus dem Ofen zu ziehen

In einem Haus der Altgläubigen kosten wir die typisch altgläubige Küche: „Schtschi“ oder Kohlsuppe, Räucherspeck, Kuchen mit Traubenkirsche, Schürzkuchen und natürlich selbst gebrannten Votka. 

Wir erlebten eine Vorführung ihres vielstimmigen unnachahmlichen Satzgesangs und wurden eingespannt, um die Brautkleidung und die Rituale der Brautwerbung vorzuführen. Die Brautkleidung ist mehrlagig, relativ schwer, ziemlich warm und aufwendig.

Brautpaar

Es war eine so herzliche Atmosphäre, dass uns der Besuch in Tarbagatai ganz sicher in Erinnerung bleiben wird. 

Wir lassen diesen ereignisreichen Tag noch mit einem Freundschaftsfotoshooting in Ulan-Ude ausklingen.

Darauf einen Vodka - на здоровье!